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Kardiale Kopfschmerzen 2/30 - Psychological Fanfic Challenge [entries|archive|friends|userinfo]
Psychological Fanfic Challenge

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Kardiale Kopfschmerzen 2/30 [Aug. 23rd, 2012|11:47 am]
Psychological Fanfic Challenge

psych_30

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Fandom: Tokio Hotel
Title: Versprochen ist versprochen
Characters: Tom, Bill, She
Rating: P16
Prompt: #20 Learned Helplessness
Word Count: 520
Warnings: implied het
Disclaimer: I own nothing but the plot.
A/N: written in German - can I have a TH or rpf tag, please?



Die Luft ist schwer und noch erdrückend warm vom Tag, als der Regen plötzlich einsetzt. Dicke Tropfen prasseln auf den Balkon und durch die offene Tür kriecht eine Ahnung von Erleichterung ins Zimmer. Jetzt wird es besser werden. Hoffentlich.

Tom liegt nackt auf dem Bett. Die Tagesdecke klebt an seiner Haut. Sein Mund ist trocken, trotz der leeren Flasche auf dem Nachtschränkchen. Sekt macht den Durst eigentlich noch schlimmer.

Würde der Donner länger anhalten, könnte er die Geräusche im Badezimmer übertonen. Wasser läuft schnell und ohne das Auf- und Abschwellen der Ströme vor dem Fenster. Irgendwo auf dem Teppichboden liegt eine Box Taschentücher. Tom sieht zur Decke. Nicht blinzeln, nur warten.

Blitze schlagen nicht ein, sie schlagen aus. Am besten vermeidet man sie, indem man reglos in der Ebene stehen bleibt. Im Badezimmer fällt ein nasses Handtuch auf die Fliesen. Es riecht nach süßem Dampf, nach ihm und nach Regen. Die Bohlen draußen sind aus Tropenholz.

Die feuchten Spuren auf seinem Bauch werden klamm und kalt. Nur zwei Schritte zu den Taschentüchern. Die Tagesdecke ist aus schwerer Seide. Im Badezimmer kommt eine Sprühdose zum Einsatz. Eigentlich mag Tom keine Seide.

In der Jeans am Fußende des Bettes steckt sein iPhone. Es muss inzwischen früher Abend sein, vielleicht schon acht Uhr. Draußen ist es noch hell, trotz der grauen Wasserfäden. Wenn Tom den Kopf dreht, kann er die Zimmertür sehen. Auf der Innenseite hängt ein Fluchtplan für den Notfall. Tom hat sich immer gefragt, wer einen Plan studiert, wenn alles um ihn herum in Flammen steht.

Sie kommt aus dem Badezimmer wie sie Stunden zuvor ins Zimmer gekommen ist. „You´re still lying there“, stellt sie fest, beugt sich zu ihm herunter und gibt ihm einen Kuss. Es blitzt. Zwei Mal. „I have to go now, honey.“

Tom nickt nicht, während es donnert. Sie nimmt ihre Handtasche vom Schreibtisch, lächelt und geht. „I´ll call you“, sagt sie noch. Natürlich. Sie telefonieren jeden Abend. Dabei hat Tom ganz vergessen, die Sekunden zwischen Blitz und Donner zu zählen.

Die Decke ist weiß, die Tagesdecke anthrazit. Sein iPhone klingelt. Der Regen wird dichter. Tom steht auf, fischt das Telefon aus der Jeans und stellt den Lautsprecher an. „Na?“, ertönt es gedehnt aus dem kleinen Ding. Die Taschentücher sind verschwunden.

„Zieh dir was an“, kommt es als nächstes. Tom kratzt die Krusten auf seinem Bauch mit den Fingern ab. Feine weiße Flocken rieseln auf den Teppich. „Nein, geh duschen und dann zieh was an.“

Die Dusche regnet nicht halb so schön wie der Regen. Neben dem Badezimmerspiegel steht die Box mit den Taschentüchern. Tom zieht sich an, bindet seine Haare zusammen.  Er schließt die Balkontür, überprüft seine Taschen und verlässt das Zimmer.

Bill wartet in der Hotellobby, eine leere Espressotasse vor sich. „Ich hab dich wohl gar keinen Abend mehr allein für mich“, sagt er. „Du musst ja echt verliebt sein.“

Der Teppich der Lobby ist grau mit kleinen, schwarzen Punkten. Schatten mit Regenschirmen hasten am Fenster vorbei. „Ja“, sagt Tom und nickt. Sie gehen zusammen hinaus in den Regen. Die Luft ist schwer vom Tag und feucht wie Toms Hände. Es wird besser werden. Irgendwann.



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